Symptome

Herzerkrankungen können zu ganz verschiedenen Symptomen führen. Viele Beschwerden welche vom Patienten vermeintlich auf das Herz zurückgeführt werden kommen aber gar nicht vom Herz. So sind beispielsweise Schmerzen welche vom Skelett her rühren, sogenannte «muskuloskelettale Thoraxschmerzen», sehr viel häufiger als eigentliche, echte «Herzschmerzen», sogenannte «Angina pectoris».

Andererseits können Beschwerden und Erkrankungen welche auf den ersten Blick für den Laien nichts mit dem Herz zutun haben, wie beispielsweise ein Hirnschlag durchaus mit einer Herzerkrankung in Zusammenhang stehen. Initial steht aber für den Patienten immer ein «Symptom» im Vordergrund. Es ist Aufgabe des Herzspezialisten herauszufinden, ob diese Symptome tatsächlich auf eine Erkrankung des Herzens zurückzuführen sind oder nicht.

 

Brustschmerzen

Jeder Schmerz im Brustraum muss ernst genommen werden! Wenn auch solche Schmerzen oftmals harmloser Natur sind, können sie genauso auf eine ernsthafte Herzerkrankung hinweisen. Schmerzen die vom Herzen her kommen sind typischerweise vom Charakter her klemmend oder drückend. Zudem treten sie vor allem bei körperlicher Belastung auf. Diese Beschwerden bezeichnet man als Angina pectoris und entsprechen einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels, respektive einer Einengung der Herzkranzgefässe. Solche Einengungen treten bevorzugt auf, wenn Risikofaktoren vorliegen: Rauchen, hoher Blutdruck, hohes Cholesterin, Diabetes mellitus, familiäre Belastung, Uebergewicht, Stress. Sie können aber grundsätzlich auch ohne Risikofaktoren und sogar auch bei jüngeren Menschen auftreten. Die Untersuchung der Wahl ist in der Regel ein Belastungs-EKG.


Herzklopfen

Das Symptom Herzklopfen kann auch als «Aussetzer», oder «Stolpern» empfunden werden. Die Ursache ist in den meisten Fällen, vor allem bei jungen Menschen, harmlos und entspricht einer sogenannten ‚Extrasystolie’, also Extraschlägen, welche auch ein gesundes Herz machen darf. Solche Extrasystolen haben sehr viele Menschen, nicht alle nehmen diese aber auch wahr. Wenn auch harmlos, können diese oft als sehr lästig empfunden werden. Die Abklärung erfolgt meistens mittels eines sogenannten 24-Stunden EKGs. Hierbei kann beurteilt werden, ob allenfalls doch eine ernsthaftere Rhythmusstörung vorliegt, wie beispielsweise ein sogenanntes Vorhofflimmern.


Herzrasen

Die normale Herzfrequenz des menschlichen Herzen liegt zwischen 60 und 100/min. Wenn das Herz in Ruhe wesentlich schneller schlägt, vor allem aber wenn dieser schnelle Herzschlag sehr plötzlich einsetzt, wird dies als «Herzrasen» empfunden. Ursache können verschiedene Arten von Rhythmusstörungen sein. Nicht selten wird auch ein «normaler», aber schneller Herzschlag als «Herzrasen» empfunden. Tendentiell eher gutartige, eigentliche Rhythmusstörungen haben ihren Ursprung in den Vorkammern (sogenannte «supraventrikuläre Tachykardien»), bösartigere Rhythmusstörungen kommen direkt aus den Herzkammern selber («Ventrikuläre Tachykardie»). Das Symptom des Herzrasens sollte auf jeden Fall abgeklärt werden. Einerseits weil es sich um eine bösartige Rhythmusstörung handeln kann, andererseits weil heutzutage die meisten Formen von Rhythmusstörungen auch geheilt werden können. Abklärungen des Herzrasens beinhalten in der Regel eine Echokardiographie um eine Herzmuskelerkrankung als Ursache der Rhythmusstörung auszuschliessen sowie insbesondere ein Langzeit-EKG, um die Rhythmusstörung als solche auch zu erfassen.


Schwindel

Schwindel kann sehr viele Ursachen haben. Ein Drehschwindel beispielsweise rührt sehr oft von Problemen des Innenohrs, respektive des Gleichgewichtsorgans her. Die Orientierung im Raum erhält der menschliche Körper über verschiedenste Rezeptoren von den Augen, den Ohren, aber auch den Gelenken. Je mehr dieser Rezeptoren gestört sind, umso wahrscheinlicher ist das Auftreten von Schwindel und entsprechend breit ist somit auch die Quelle und die entsprechenden therapeutischen Massnahmen von Schwindel. Nicht allzu selten rühren Schwindelbeschwerden allerdings auch vom Herzkreislaufsystem her. Beispielsweise der sogenannte orthostatische Schwindel, welcher beim schnellen Aufstehen auftritt und bis zu einem gewissen Grad physiologisch, also normal ist. Auch gewisse Rhythmusstörungen können als Hauptsymptom Schwindel verursachen. Vorallem neu auftretender Schwindel sollte ärztlich abgeklärt werden.


Bewusstlosigkeit

Ein Bewusstseinsverlustkann harmloser Natur sein. Beispielsweise beim Jugendlichen, dem in der Kirche, oder beim Soldaten, dem nach langem Stehen ‚Schwarz’ wird vor Augen und umfällt. Abgesehen von der Verletzungsgefahr beim Umfallen ist diese Art des Bewusstseinsverlust in der Regel ‚ungefährlich’. Ein Bewusstseinsverlust kann allerdings auch sehr viel ernstere Ursachen haben. Beispielsweise kann eine Rhythmusstörung dazu führen, dass der Herzschlag vorübergehend «aussetzt» (Asystolie). Eine Situation in der ein Herzschrittmacher implantiert werden muss. Ja, ein Bewusstseinsverlust kann sogar Ausdruck einer sehr bösartigen Rhythmusstörung sein und der Kardiologe spricht bei einem solchen Bewusstseinsverlust von einem ‚überlebten plötzlichen Herztod’. Bis zum Beweis des Gegenteils muss jeder Bewusstseinsverlust auf eine mögliche bösartige Ursache abgeklärt werden!


Atemnot

Atemnot kann sehr viele verschiedene Ursachen haben. Häufig steht sie imZusammenhang mit einer Lungen- oder Herzerkrankung. Die Lunge kann beispielsweise durch starkes Rauchen in ihrer Funktion geschädigt sein. Am Herzen kanneine eingeschränkte Pumpfunktion (systolische Dysfunktion) nach einem grossen Herzinfarkt, eine sogenannte Herzinsuffizienz, Atemnot verursachen. Auch ein jahrelang nicht- oder zuwenig behandelter hoher Blutdruck kann über eine Herzmuskelverdickung zu Atemnot führen (diastolische Dysfunktion). Ebenso kann beispielsweise eine Herzklappe die zu wenig gut öffnet, oder undicht schliesst, Atemnot verursachen. Atemnot kann sehr viele Ursachen haben, aber eines ist sicher: sie sollte grundsätzlich immer abgeklärt werden. Bei Verdacht auf eine kardiale Ursache der Atemnot ist eine Echokardiographie in den meisten Fällen wegweisend